Lea Horvat – Der Nachthimmel über Berlin in den 1960ern: Zwei

Lea Horvat – Der Nachthimmel über Berlin
in den 1960ern: Zwei obskure Kulturgeschichten
Die Berliner Mauer teilte die Kulturgeschichte
der Berliner Nacht symbolisch in zwei. Im
Ostteil der Stadt wurde sie hauptsächlich als
negativer Gegensatz zum produktiven, optimistischen Tag dargestellt. In Westberlin
etablierte sich demgegenüber parallel, aufbauend auf einem regen Nachleben, einer aktiven
Jugend- und Student_innenkultur der "Mythos
Berlin“. Die popkulturellen Quellen werden
unter drei semantischen Gesichtspunkten
analysiert: Nacht als gefährlicher Tatort, als
visuelles Spektakel und als Schauplatz sich neu
bildender Jugendkultur und mit ihren künstlerischen Vorläufern in Verbindung gesetzt. Ziel
ist, sichtbar zu machen, dass die Vorstellungen
von Nacht keine natürlichen Entitäten sind,
sondern oftmals stark mit ideologischen und
kulturellen Bedeutungen verflochten sind.