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Agentur für Arbeit Bad Kreuznach
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Pressemitteilung
Nr. 015 / 2015 - 20. März 2015
Auszeichnung würdigt besonderes
regionales Ausbildungsengagement
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Arbeitsagentur Bad Kreuznach verleiht Zertifikat für Nachwuchsförderung an
Alutecta GmbH & Co. KG in Kirchberg
Die Erkenntnis, dass sich der Ausbildungsmarkt gedreht hat, ist mittlerweile nicht mehr neu.
Konnten sich Unternehmen ihren Nachwuchs vor wenigen Jahren noch großzügig auswählen, so sollten sich Ausbilder heute den Jugendlichen attraktiv und interessant präsentieren.
Wer die Zeichen der Zeit erkannt und diesen Paradigmenwechsel tatsächlich vollzogen hat,
trifft eine gute Zukunftsvorsorge für den eigenen Betrieb, aber auch für die gesamte Region.
Denn das Angebot an guten Arbeits- und Ausbildungsplätzen ist ein entscheidender Standortfaktor für einen Wirtschaftsraum. Die Agentur für Arbeit Bad Kreuznach würdigt deshalb
einmal jährlich besonderes Engagement in der Ausbildung mit der Verleihung eines Zertifikats für Nachwuchsförderung an insgesamt drei Betriebe – einen in jedem Landkreis.
In der bundesweiten „Woche der Ausbildung“ vom 16.-20. März verlieh Agenturleiter Elmar
Wagner das Zertifikat am Dienstag an die Alutecta GmbH & Co. KG in Kirchberg im RheinHunsrück-Kreis. „Täglich appellieren wir an die heimischen Unternehmen, Zukunftsvorsorge zu treffen und sprechen über die Herausforderung, Fachkräfte heranzubilden und in der
Region zu halten“, berichtet Wagner. „Mit dieser Würdigung möchten wir gute Beispiele für
gelungene Nachwuchsarbeit vorstellen. Der mittelständische Betrieb bildet nicht nur seit
rund vier Jahrzehnten kontinuierlich aus, sondern legt dabei besonderen Wert auf Ausbildungsbedingungen und -qualität“, so Wagner.
Geschäftsführer Michael Oswald und Personalleiterin Sandra Fuchs-Conrad freuten sich
sehr darüber, die Auszeichnung entgegenzunehmen. Insgesamt 73 junge Menschen wurden
in den letzten vier Jahrzehnten hier ausgebildet, davon alleine 53 seit dem Jahr 2000. „Wir
haben unser Ausbildungsengagement noch weiter ausgebaut, seit die Novellierung der
meisten unserer Ausbildungsberufe zu einer weiteren Steigerung der Ausbildungsqualität
führte“, erklärt Oswald.
Er macht das am Beispiel des Verfahrensmechanikers für Beschichtungstechnik fest. Vor
1999 existierte der Ausbildungsberuf Lackierer, erst mit der Einführung des Berufs Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik wurde in der Ausbildungsordnung konkreter auf
die Bedürfnisse der Industrie, die in der Regel automatisierte Produktionsanlagen für das
Beschichten von Oberflächen nutzt, eingegangen. Der Azubi lernt in drei Jahren wie mit Hilfe
verschiedener Applikationsverfahren Oberflächen wie Aluminium mit Farben, Lacken und
Kunststoffen veredelt werden. Weil es in Rheinland-Pfalz nicht sehr viele Unternehmen gibt,
die - so wie die Firma Alutecta - Berufe wie den Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik und den Oberflächenbeschichter ausbilden, werden die Berufsschulen im Blockun-
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terricht in Sindelfingen und in Schwäbisch Gmünd besucht. Diese Lehrinstitute bieten laut
Oswald beste Bedingungen hinsichtlich der Ausstattung und der Lehrinhalte. Denn in regionaler Nähe der Berufsschulen befinden sich einige renommierte Industriebetriebe, die ebenfalls diese speziellen Fachkräfte brauchen.
Neben den beiden sehr besonderen Ausbildungsberufen bildet Alutecta auch Konstruktionsmechaniker, Fachkräfte für Lagerlogistik und Industriekaufleute sowie Fachkräfte für Metalltechnik aus, insgesamt zwölf Auszubildende sind zurzeit dort beschäftigt. Aber auch in
den eher gängigen Berufen bieten sich besondere Möglichkeiten während der Ausbildung:
„Unsere Industriekaufleute schicken wir für einen Monat nach Großbritannien“, erzählt die
Personalleiterin. „Wir haben europaweit Kunden und da hilft es uns sehr, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Englisch korrespondieren können. Die Übernahmequote nach
bestandener Prüfung liegt bei uns bei mehr als 90 Prozent. Insofern haben die Azubis beste
Perspektiven vor Ort, betont Fuchs-Conrad.
Noch hat das Unternehmen keine Probleme junge Leute zu finden, die gerne eine Ausbildung machen möchten. Gemeinsam mit den Ausbildern ist Personalleiterin Fuchs-Conrad
aber auch sehr aktiv in der Nachwuchswerbung. Sie besucht die Ausbildungsbörsen und
–messen in der Region und hält engen Kontakt zu den regionalen Schulen. Dort beschreibt
sie mit der Stimme der Praxis die Anforderungen der Berufe und der Firmen im Berufswahlunterricht.
Agenturchef Wagner kann diese Aktivitäten nur begrüßen. Natürlich kennt er auch die Sorgen der kleinen Betriebe, die zusätzliche Aufgaben mit knappem Personal nicht ganz so
einfach stemmen können. Aber auch sie ermuntert er, sich mehr Zeit für die Werbung und
die Ausbildung selbst zu nehmen. „Die Bundesregierung hat eine Gesetzesinitiative zur
assistierten Ausbildung erarbeitet, Zielgruppe sind lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche, die in einer sechsmonatigen Vorbereitungsphase für eine Ausbildung gerüstet werden. Noch in diesem Jahr sollen auch im Agenturbezirk Bad Kreuznach solche
Plätze zusätzlich entstehen. Damit wäre gerade den kleinen Betrieben die Sorge um notwendige sozialpädagogische Betreuung genommen. Denn auch während einer Ausbildung
wird die Leistung der assistieren Ausbildung fortgesetzt“, erklärt Wagner.
Bei der Übergabe des Zertifikates, zu dem sich ein Teil der Alutecta-Azubis eingefunden
hatten, betonte Wagner, wie wichtig es ihm ist, für diese Auszeichnung verschiedene Branchen zu berücksichtigen. So wurden bereits zwei Betriebe in den Landkreisen Bad Kreuznach und Birkenfeld gewürdigt: ein Gastronomiebetrieb und ein Handwerksunternehmen.
„Die Wirtschaft hier ist geprägt von kleinen und mittelständischen Unternehmen und einer
Mischung aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung. Wenn auf breiter Basis in Ausbildung
investiert wird, haben die jungen Leute in ihrer Heimat Perspektiven und die gesamte Region
gute Aussichten für die Zukunft“.
Die Auszubildenden und Ausbilder freuten sich gemeinsam mit der Geschäftsleitung und
den Agenturvertretern über die Anerkennung und strahlten beim abschließenden Foto um
die Wette. Mit dabei der erste Azubi der Firma, der seine Ausbildung 1976 als Industriekaufmann begonnen hatte. Heute ist Axel Weirich Vertriebsleiter und in seinem Verantwortungsbereich sehr darauf bedacht, sich Zeit für die Auszubildenden zu nehmen. Er weiß aus
eigener Erfahrung, dass man seinen Weg im Unternehmen machen kann, wenn von beiden
Seiten ein gutes Fundament in der Ausbildung gelegt wird.
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Hintergrund:
In der Woche der Ausbildung zeichnet Agenturleiter Elmar Wagner drei Ausbildungsbetriebe für das
hervorragende Engagement in der Ausbildung aus und verleiht das offizielle Zertifikat für Nachwuchsförderung 2014/2015.
Von Oktober bis Februar hatten sich bislang rund 1800 Jugendliche bei der Berufsberatung der
Agentur für Arbeit um eine Ausbildungsstelle bemüht. Rund 1700 Ausbildungsstellen wurden im gleichen Zeitraum zur Verfügung gestellt. Allerdings unterliegen diese Zahlen zurzeit noch großen Veränderungen. Erst im Sommer lässt sich beurteilen, wie Angebot und Nachfrage zum Ausbildungsbeginn
zusammenpassen.
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