Ostergruß 2015 aus der Propstei Kaliningrad - Gustav-Adolf

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EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE IM EUROPÄISCHEN
RUSSLAND
PROPSTEI KALININGRAD (KÖNIGSBERG)
Propsteiverwaltung
Prospekt Mira 101
236010 Kaliningrad
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Rundbrief N 1/2015
Kaliningrad (Königsberg)
März 2015
Evangelisches Leben in Gebiet Kaliningrad (Königsberg) –
Neues aus der Propstei
Inhalt:
Andacht über Psalm 45
1. Bericht über Deutschlandreise der Propsteileitung
2. Sitzung des Propsteirates am 17. März 2015
3. Weltgebetstag der Frauen in Kaliningrad
4. Selbsthilfegruppe „Kapelka“
Gott ist unsre Zuversicht und Stärke,
eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
Psalm 46, 2
Liebe Schwestern und Brüder,
viele von Ihnen wissen über die Schwierigkeiten, die es in unserer Propstei gibt.
Sollen wir resignieren, sollen wir aufgeben?
Nein, sagt unser Psalmwort, seid zuversichtlich, traut Gott mehr zu.
Er stärkt euch, wenn ihr schwach seid, wenn ihr keinen Ausweg aus einer bestimmten Situation
sieht, wenn ihr vor wichtigen Entscheidungen steht.
Wir sprechen von vielen Nöten, die unsere Propstei getroffen haben. Selbst können wir diese
Nöte nicht lösen. Wir sind auf Gottes Hilfe angewiesen.
Und diese Hilfe kommt oft von Menschen, die wissen, dass wir Unterstützung brauchen.
Wir brauchen auch Ihre Gebete als geistliche Unterstützung.
Propst-Stellvertreter, Pastor Wladimir Michelis
Kaliningrad, März 2015
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1. Bericht über Deutschlandreise der Propsteileitung
Vom 26. Februar bis 05. März 2015 war eine Delegation der Propstei (Propst-Stellvertreter, Pastor
Wladimir Michelis, Verwaltungsleiterin Olesja Sadoroschnaja, Koordinatorin der Diakoniearbeit
Jelena Jewdokimowa, Sekretär und Übersetzer Daniil Borowskoj) zu Besuch in Deutschland. Die
Stationen der Reise waren Berlin, Hamburg, Hannover, Neuendettelsau.
Bei der Geberkonferenz in Berlin ging es vor allem um aktuelle Situation in der Propstei, wo
zurzeit 30 Gemeinden von 4 Pastoren und Pastorinnen betreut werden.
Leider können die Ausgaben im Haushalt 2015 nur prekär durch Einnahmen gedeckt werden,
und auch die Perspektiven für das Jahr 2016 sehen düster aus. Es ist also verständlich, dass die
Gedanken gemacht werden, wo gespart werden kann.
Was Personalplan der Propstei anbelangt, so wird für nächste Zukunft das folgende „schlanke“
Modell vorgesehen: Ein Propst-Pastor + ein Pastor in Kaliningrad (Königsberg) + ein Pastor in
Gussew (Gumbinnen).
Nach dem Bericht der Verwaltungsleiterin hat die Propstei neben finanziellen Engpässen auch
große Schwierigkeiten mit Immobilien. Viele von ihnen waren jener Zeit nicht regelrecht
registriert worden. Zudem werden ab 2016 die Grundsteuern um das Vielfache steigen.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Konferenz war die Präsentation der diakonischen Arbeit. Die
Koordinatorin der Diakonie Jelena Jewdokimowa berichtete über ambulanten Pflegedienst
sowie über die Arbeit der Selbsthilfegruppe Behinderter und Eltern mit behinderten Kindern
„Kapelka“.
Abbildung 1: Berlin, 27. Februar 2015: Die Geberkonferenz wird in diesem Jahr von der Propstei Kaliningrad organisiert
Am 28. Februar in Berlin und am 2. März in Hamburg fanden die Treffen der Kontaktgruppen
Mitte bzw. Nord statt. Zu jeweiligen Sitzungen kamen jeweils über 30 Vertreter der
Partnergemeinden und Partnerorganisationen. Das Interesse an der Arbeit der Propstei ist nach
wie vor sehr hoch. Es wurden zahlreiche Fragen gestellt. Bei diesen Treffen durfte unsere
Delegation immer wieder große Anteilnahme und Engagement deutscher Partner erleben.
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Abbildung 2: Nach wie vor ein großes Interesse für die Propstei Kaliningrad. Das Treffen mit Kontaktgruppe Nord am 2.
März 2015 in Hamburg
Am 3. März folgten die Konsultationen mit Oberkirchenrat der EKD Herrn Michael Hübner in
Hannover über aktuelle Situation in der Propstei, wobei auch die Eckpfeiler einer tragfähigen
Zukunftsstrategie besprochen wurden. Von da führte der Weg der Delegation nach
Neuendettelsau.
Mit der Diakonie Neuendettelsau verbindet die Propstei Kaliningrad fast 10 Jahre produktiver
partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Beim Treffen mit offiziellen Vertretern des
Diakoniewerkes am 5. März wurde die bestehende Vereinbarung über Weiterbildung der
Pflegekräfte im ambulanten Pflegedienst bekräftigt.
Außerdem wurde die Bedeutung der Arbeit
mit behinderten Menschen unterstrichen.
Frau Jewdokimowa berichtete ausführlich
über Selbsthilfegruppe „Kapelka“ und fand
auf der Seite der Partner Zustimmung und
Unterstützungsvorschläge.
Unsere Delegation wurde von den
Gastgebern
auf
höchstem
Niveau
empfangen und fand einen Platz in der
Abbildung 3: Die Gesprächsrunde in der Diakonie
offiziellen Chronologie des Diakoniewerks
Neuendettelsau
Neuendettelsau
(http://www.diakonieneuendettelsau.de/diakonie-neuendettelsau/info-center/archiv/aktuellesarchiv/archiv-details/article/2071).
Einer der wichtigsten Ergebnisse unserer Reise war das Verständnis deutscher Partner für
unsere Sorgen angesichts der aktuellen Situation in der Propstei, aber auch der Zuspruch und
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das Vertrauen in unsere Fähigkeit, den Propsteibetrieb durch all die Schwierigkeiten und
Probleme mit eigenen Kräften zu steuern.
2. Sitzung des Propsteirats am 17. März 2015
Der Propsteirat als oberstes Entscheidungsgremium der Propstei traf sich in einer Zeit des tief
greifenden Wandels zusammen. Der Umfang der Außenfinanzierung ist deutlich gesunken
und wird sich auch weiter verringern. Dazu kommen die Kosten der Wirtschafts- und
Finanzkrise in Russland, mit galoppierender Inflation und steigenden Abgaben an den Staat.
Zugleich geht die Zahl der Gemeindeglieder zurück – verursacht durch Sterbefälle, Austritte
und Auswanderung. Ganze Gemeinden lösen sich auf. Unter diesen ungünstigen Umständen
muss die Verantwortung übernommen werden, den Erhalt der Propstei zu sichern, auch wenn
es schmerzliche und unpopuläre Maßnahmen erfordern wird.
Die Mitglieder des Propsteirats haben gezeigt, dass sie dieser Aufgabe gewachsen sind. Im
Sinne der Realisierung des neuen Modells des Pastoraldienstes wurde beschlossen, zum 1.
Juni 2015 eine Pastorenstelle aus dem Personalplan zu streichen.
Abbildung 4. Sich von schwierigen Herausforderungen nicht abschrecken lassen. Die Sitzung des Propsteirats am 17. März
2015
Des Weiteren wurde prinzipielle Entscheidung getroffen, die lutherische Domkapelle
Kaliningrad (Königsberg) zu erhalten. Ihre Arbeit wird jedoch optimiert werden müssen, gemäß
der Anforderungen der Zeit.
3. Weltgebetstag der Frauen in Kaliningrad
Auch dieses Jahr fand in der Auferstehungskirche der Weltgebetstag der Frauen statt. Am
Abend den 6. März 2015 versammelten sich um die 40 Frauen aus evangelisch-lutherischer
Gemeinde Kaliningrad, sowie auch die Gäste aus katholischer und mehreren freikirchlichen
Gemeinden.
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Die bunte, frohe Veranstaltung
war gewidmet dem Land und den
Menschen
von
Bahamas.
Geprägt
vom
Geist
der
Ökumene, sie wurde begleitet mit
Gesang,
Performance
und
Gebet. Jede Frau schrieb auf
dem
Zettel
einer
ihrer
persönlichen Wünsche für das
Jahr, die dann aufgesammelt und
gesegnet
wurden.
Mit
Tee/Kaffee,
Kuchen
und
gemütlichem
Beisammensein
fand das Fest des Lebens und
der Hoffnung seinen fröhlichen
Ausklang.
Abbildung 5. Lichterfroh und Gottesnah: Weltgebettag der Frauen 2015 in
Kaliningrad
4. Selbsthilfegruppe „Kapelka“
Die Gruppe „Kapelka“ (russisch „Tröpfchen“) wurde vor 3 Jahren gegründet, um die Eltern
behinderter Kindern und behinderte Erwachsenen zu unterstützen. Ihr Leben ist häufig mit
starker emotioneller und physischer Belastung verbunden. Außerdem leiden die Betroffenen
unter den Folgen einer gestörten Beziehung zum gesellschaftlichen Umfeld.
Die Gruppe trifft sich zwei Mal in der Woche unter dem Dach Kaliningrader
Auferstehungskirche. Die Beschäftigung im Rahmen einer Art-Therapie, die wertvolle
Erfahrung der Geborgenheit in Gemeinschaft, die Praxis eines respektvollen und freundlichen
Umgangs sowohl miteinander als auch von der Seite der Kirchenmitarbeiter sollen die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen dazu befähigen, das Selbstwertgefühl zu stärken und
seelischen Frieden zu finden.
Es wurde bereits Vieles getan, um
kreatives Potential der in der Gruppe
organisierten Menschen zu wecken und
zu entfalten. Mit Hilfe unserer Brüder und
Schwestern, die exzellente ehrenamtliche
Arbeit leisten, hat die Gruppe Kapelka
mittlerweile eine große Entwicklung im
Bereich der Malkunst, des Bastelns und
Dekorierens durchlaufen.
Die in Gruppe „Kapelka“ engagierten
Menschen sind aufgeweckte, hilfsbereite
Zeitgenossen, mit Gemeinsinn und
Offenheit gegenüber neuen Menschen
und Erfahrungen. Sie sind über jede
Abbildung 6. Eine kleine Werkstatt und ein Gemeinschaftsraum
in der Auferstehungskirche. Der Treffpunkt der Gruppe "Kapelka" Unterstützung ihrer Arbeit dankbar, und
freuen sich über die Möglickeit, diese
große Welt mitgestalten zu können.
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Die Propstei Kaliningrad (Königsberg), die Pastorinnen, Pastoren, Mitarbeiter und
Mitarbeiteriinen wünschen allen deutschen Partnern, allen unseren treuen Freunden und
engagierten Mitstreitern ein gesegnetes Osterfest.
Dieser Tag erinnert uns daran, dass Glaube und Zuversicht vor Gottes ewigem Antlitz stärker
sind, als all das Schrecken, das wir „hier und jetzt“ konfrontieren können. Unser Handeln ist
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ausgerichtet an Kontext unserer Wirklichkeit, die uns manchmal vor schwierigen Aufgaben
stellt. Doch es beginnt immer im Glauben. Von dort schöpft es seine Kraft und das
motivierende Grundgefühl, auf der richtigen Seite des Lebens zu stehen, wie auch trostlos
dieses Leben uns augenblicklich erscheinen mag.
Mit dem Glauben wollen auch wir die Stärke und Weitsicht gewinnen, und die
Selbsterneuerung wagen, die uns das neue Leben nach der Krise ermöglichen wird.
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