Sachbericht2014 - und Begegnungszentrum Südstadt / Biestow

Sachbericht 2014 Stadtteil-­‐ und Begegnungszentrum Südstadt/ Biestow
2 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung ............................................................................................................................... 3
2 Der Sozialraum ....................................................................................................................... 4
3 Vernetzung ............................................................................................................................. 5
4 Die Kinder-­‐ und Jugendarbeit ................................................................................................ 6
4.1 Die offene Kinder-­‐ und Jugendarbeit .................................................................................. 6
4.2 Einzelfallarbeit .................................................................................................................... 7
4.3 Ferien .................................................................................................................................. 8
4.4 Projektarbeit mit Schulen ................................................................................................... 8
4.5 Selbstgestaltete Angebote .................................................................................................. 9
4.6 Die Arbeit mit Familien ..................................................................................................... 10
4.7 Die Arbeit mit Praktikant/innen ........................................................................................ 11
5 Schulsozialarbeit .................................................................................................................. 12
6 Die Gemeinwesenarbeit ...................................................................................................... 13
6.1 Die Kursgestaltung ............................................................................................................ 14
6.2 Das Ehrenamt .................................................................................................................... 14
6.3 Die Stadtteilzeitung ........................................................................................................... 15
6.4 Höhepunkte und besondere Ereignisse ............................................................................ 15
7 Die Resozialisierungsarbeit .................................................................................................. 15
8 Die soziokulturelle und politische Arbeit ............................................................................. 16
9 Öffentlichkeitsarbeit ............................................................................................................ 16
10 Organisation ....................................................................................................................... 17
11 Personal ............................................................................................................................. 17
12 Weiterbildungen und Teamarbeit ..................................................................................... 17
13 Gremienarbeit, Arbeitskreise und Arbeitsgemeinschaften ............................................... 18
14 Fazit .................................................................................................................................... 18
3 1 Einleitung Das Konzept der Sozialraumorientierung weiter voranzubringen, war ein Fazit des letzten Sachberichtes. 2014 wurden anhand der wissenschaftlichen Untersuchungen der Selbstevaluation der SBZs, der Fremdevaluation durch die Universität Rostock und der Sozialraumuntersuchung, ebenfalls von der Universität sowie dem Verein SOBI e.V., Fakten zum aktuellen Stand der Arbeit gesammelt und anfänglich ausgewertet. In der Selbstevaluation wurde sich an den Qualitätsstandards der Rahmenkonzeption orientiert. Schon in der Erstellung des Instrumentes, in der Auseinandersetzung der Beantwortung der Fragen im Team, als auch beim Zusammentragen der Ergebnisse aller 9 Häuser ergab sich eine hohe Reflexion der konzeptionellen und inhaltlichen Arbeit. Die Fremdevaluation der Stadtteil-­‐ und Begegnungszentren ergab, dass die SBZs eine große Bedeutung für die Gestaltung der Lebensbedingungen der Bewohner/innen sowie auch dem sozialen Zusammenhalt in den Stadtteilen haben. In den Häusern werden die Bedürfnisse, Wünsche und Interessen der Menschen erfasst und mit entsprechenden Angeboten darauf reagiert. Die Bewohner und Bewohnerinnen haben die Möglichkeit, ihren Sozialraum durch eigene Ideen und auch deren Umsetzung mitzugestalten. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den ehrenamtlichen Mitarbeitern/innen zu. Laut Befragung durch die Universität Rostock fühlen sich die Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen "...nützlich und anerkannt und ihr Engagement findet Akzeptanz." Neben der Evaluierung der Arbeit der SBZ gab es die Untersuchung der einzelnen Sozialräume, vor dem Hintergrund einer integrierten Kinder-­‐ und Jugendhilfeplanung der Hansestadt Rostock. Zielgruppe der Befragung waren Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. 85% der Befragten in Stadtmitte (Reutershagen, Innenstadt, Südstadt/Biestow) haben angegeben, gerne in ihrem Stadtteil zu leben. Das SBZ Südstadt/Biestow wurde mit seinen Angeboten für die Kinder und Jugendlichen als sehr positiv eingeschätzt. 40% der Interviewten besuchen unsere Einrichtung häufig bzw. ab und zu, 31% finden die Angebote interessant, auch wenn sie sie bisher nicht genutzt haben. Mit steigendem Alter nimmt jedoch die Zahl der Jugendlichen, die die Häuser in ihrer Freizeit aufsuchen ab, was durch entwicklungspsychologische Gründe – Abgrenzung vom Elternhaus, Berufsfindung, etc – aber auch durch Veränderungen der Jugendkulturen bedingt ist. Laut Sozialraumanalyse ist die Internetnutzung (einschließlich der Blogs), gefolgt von der Gamerszene, die Kultur, der sich die Mehrheit der Jugendlichen zugehörig fühlen. Die Ausübung dieses Freizeitverhaltens findet vorwiegend in den eigenen vier Wänden statt. Der Umgang mit dieser Entwicklung und das Erreichen dieser jungen Menschen wird eine Herausforderung in der Jugendarbeit sein. Neben dieser Altersgruppe ist laut Evaluierung der UNI Rostock die Zahl der Best Agers in den SBZs weniger präsent. Dies hat ganz individuelle Gründe, wie die berufliche Einbindung, Familiengründung oder auch der Wunsch nach Individualisierung im Freizeitbereich. Die Ergebnisse der Erhebungen werden derzeit verstärkt in die Planung aktueller Projekte mit einbezogen, zeigen jedoch auch oft, dass wir bisher in unserer praktischen Arbeit schon dicht an den Themen sind. Hinsichtlich der konzeptionellen Jugendhilfeplanung der Hansestadt ist es durch personelle Wechsel schwer, kontinuierlich ein Konzept der Sozialraumorientierung zu entwickeln. Die SBZs waren 2014 erneut auf der Jahrestagung Stadtteilarbeit "Stadtteilzentren-­‐ alle(s) inklusive?!" in Frankfurt am Main vertreten. Eine Mitarbeiterin aus der Kinder-­‐ und Jugendarbeit des SBZ Südstadt/Biestow hielt erfolgreich einen Vortrag zum Thema: "Geschlossene Gesellschaft-­‐ Wege zur Teilhabe: Durch Projektarbeit in den offenen Kinder-­‐ und Jugendtreff". 4 In der offenen Kinder-­‐ und Jugendarbeit wurde durch kontinuierliche Beziehungsarbeit ein sehr enger, vertrauensvollen Umgang mit den Kids mit einer starken Partizipation erreicht. Der fachliche Austausch zwischen den Sozialarbeitern/innen hinsichtlich Fallbesprechungen war sehr intensiv. Es gab über das Tagesgeschehen hinaus viele tolle Aktionen, wie zum Beispiel ein Streetsoccerturnier oder Stenciln. Durch die Einstellung eines Quartiermanagers über das Projekt "Länger leben im Quartier" wurde ebenfalls die Seniorenarbeit intensiviert. Kleine Arbeitsgruppen entstanden, die sich den erarbeiteten Themen der Südstadt widmen und ein nachbarschaftliches Miteinander stärken. Auch im nächsten Jahr wollen wir die Bewohner/innen unterstützen, sich für ihren Sozialraum zu engagieren und ihre Ideen umzusetzen. Der folgende Sachbericht gibt keinen allumfassenden Einblick über die Arbeit des Stadtteil-­‐ und Begegnungszentrums Südstadt/Biestow, sondern befasst sich mit den fachlichen Schwerpunkten und Besonderheiten der sozialen Arbeit im Jahr 2014. 2 Der Sozialraum Im Sozialraum Südstadt/Biestow leben Menschen aller Altersklassen, von Senior/innen über Student/innen hin zu Familien mit (Klein-­‐)Kindern. Insgesamt lebten 2014 17520 Menschen in den Stadtteilen Südstadt und Biestow, was im Vergleich zum Vorjahr keine wesentliche Veränderung bedeutet. Die über 65jährigen stellten mit 35,3% die Mehrheit der Bevölkerung dar, während der Anteil der Kinder und Jugendlichen zwischen 0 und 15 Jahren bei 8,3% lag. (Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-­‐Vorpommern, Hansestadt Rostock, eigene Fortschreibungen). Für das SBZ Südstadt/Biestow bedeutet dies, weiterhin eine große Bandbreite an Angeboten für alle Altersgruppen anzubieten und die generationsübergreifende Arbeit fortzuführen. Die Senior/innen, als größte Gruppe im Sozialraum, wurden 2014 nach ihren Bedürfnissen im Stadtteil befragt. Die Befragung fand im Rahmen des Projekts „Länger leben im Quartier“ des Fördervereins Gemeindepsychiatrie e.V. in Kooperation mit dem Landesverband Sozialpsychiatrie MV e.V. statt. Ein Ergebnis der über 119 befragten Senior/innen war, dass die Mehrheit von ihnen gerne in ihrem Stadtteil leben: 27,6% waren sehr, 52% zufrieden. Befragt danach, was sie in ihrem Stadtteil vermissen, gaben lediglich 8% an, dass sie sich mehr Veranstaltungen wünschen, d.h. 92% sind mit dem Veranstaltungsangebot im Sozialraum zufrieden. Dies bedeutet für das SBZ als ein Veranstaltungsort für Senioren/innen, dass die bisherige Quantität der Veranstaltungen auch im nächsten Jahr beibehalten werden kann. Ein großer Bedarf wurde von 42,3% nach gemütlichen Treffpunkten geäußert. In den Häusern des SBZ gab und gibt es Möglichkeiten, sich zu treffen. Bingonachmittag, Plattdeutschtreffen, Stadtteilfrühstück sowie der Tanztee sind beispielhafte Angebote. Aufgrund der räumlichen und personellen Kapazitäten können wir keine zusätzlichen Treffangebote für Senior/innen anbieten, würden aber immer auf unsere Kooperationspartner wie das Berghotel oder den Süd-­‐Pol verweisen. Städtebaulich gesehen war 2014 in unserem Sozialraum einiges los. Zum einen wurde der Edeka Markt in der Tychsenstraße neu gebaut und vergrößert und am 9.04.14 wieder eröffnet, zum anderen musste die Kita Rappelkiste in einen Containerbau ziehen, da das alte Gebäude abgerissen wurde. Der Neubau soll 2015 fertig gestellt werden. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft wurde das Büro der WG Schifffahrt Hafen neugebaut und vergrößert. Kritik gab es von den Südstädter/innen zur vom Stadtplanungsamt beauftragten 5 Städtebauanalyse Rostock Südstadt. Diese beinhaltet den Abriss von mehreren Wohnhäusern rund um den Kringelgraben, um Basis für neuen Wohnraum zu schaffen. (Quelle:http://rathaus.rostock.de/sixcms/media.php/1068/Protokoll_7.Sitzung_140314%C3
%B6fftl.pdf). Eine Bürgerinitiative gegen den Umbau der Südstadt gründete sich am 17.05.14, um sich für den Erhalt der Wohnungen einzusetzen. Das SBZ Südstadt/Biestow unterstützt das Engagement und die Beteiligung der Menschen, in dem sie der Bürgerinitiative einen Raum für regelmäßige Treffen zur Verfügung stellt. 3 Vernetzung Die Vernetzung im Stadtteil verlief auch 2014 gut. Insbesondere auf unserem Stadtteilfest brachten sich viele Kooperationspartner wie Kitas, Pflegeeinrichtungen für Senioren oder Schulen aus dem Sozialraum aktiv ein. Insgesamt engagierten sich ca. 300 Mitwirkende für ca. 3000 Besucher/innen. Auch die Stadtteilzeitung intensivierte durch die gemeinsame Arbeit der Redaktionsgruppen und der thematischen Recherche innerhalb der Stadtteile die Vernetzung weiter. Im Bereich der Kinder-­‐ und Jugendarbeit ist eine noch engere Vernetzung mit HzE-­‐Trägern wünschenswert, da viele junge Besucher/innen Unterstützung durch Familienhelfer/innen erhalten. Eine stärkere Zusammenarbeit könnte Ressourcen bündeln und durch eine gemeinsame Ausrichtung die Entwicklung der jungen Menschen positiv beeinflussen. Durch Projekte im Rahmen der sozialräumlichen Angebote konnten bereits Kontakte zu HZE-­‐
Trägern aufgebaut und verstärkt werden. Im Feld der Schulsozialarbeit ist die Vernetzung ein wichtiger Bestandteil in der täglichen Arbeit. So steht die Schulsozialarbeiterin im fachlichen Austausch mit der Sonderpädagogin an der Kooperativen Gesamtschule und hält den Kontakt zu Schulpsychologen/innen beim staatlichen Schulamt. Insgesamt stellt die aktive Netzwerkarbeit mit Kooperationspartnern ein unabdingbares Element der Arbeit im SBZ dar, so zählten u.a. Balance of Power e.V., das Lichtspieltheater Wundervoll, die Kita Sonnenschein und viele andere im Berichtszeitraum dazu. Im Heizhaus fand am 26.11.2014 ein Senioreninformationstag statt, der auf reges Interesse bei den Bewohner/innen unserer Stadtteile stieß. An der Vorbereitung waren ein Mitarbeiter und die Ehrenamtskoordinatorin beteiligt vom SBZ beteiligt, ausserdem starke Partner wie Wohnungsgenossenschaften, die RSAG, der Pflegestützpunkt, das Gesundheitsamt, das DRK uvm.. Dieses Projekt hat die Vernetzung im Bereich der Senioren-­‐ und Gemeinwesenarbeit intensiviert und wird durch weitere Projekte, die 2015 geplant sind, weiter ausgebaut. So wird es beispielsweise am 06.Mai 2015 einen zweiten Seniorentag im SBZ geben. Die Kooperation mit dem Institut „pro Kompetenz“ wurde 2014 fortgeführt mit Partner/innen aus der Türkei, Spanien, Österreich und Deutschland. Die Projektteilnehmer/innen, so auch Ehrenamtlerinnen aus unseren Häusern, befassten sich mit Sprichwörtern zu den Themen: Alter und Gesundheit, Beschäftigung und Migration, Bildung und Liebe, Geld und Familie, Beziehungen, Kommunikation, Leben und Natur. Das Projekt startete bereits im November 2013 und lief bis Ende November 2014. In diesem Zeitraum besuchten sich die Mitglieder/innen gegenseitig in ihren Ländern, förderten die kulturelle Öffnung und das Verständnis füreinander und den Austausch auf internationalem Niveau. 6 4 Die Kinder-­‐ und Jugendarbeit Ein Schwerpunkt in der Kinder-­‐ und Jugendhilfe im SBZ Südstadt/Biestow liegt in der offenen Arbeit. Der offene Treff wird als verlässliches Angebot von den unterschiedlichsten Kindern genutzt. Eines der größten Ziele sind die Förderung der Teilhabe an der Gesellschaft sowie der Abbau sozialer Benachteiligung. Neben dem Angebot der offenen Kinder-­‐ und Jugendarbeit spielt die Präventionsarbeit in Kooperation mit Schulen in unserem Sozialraum eine wichtige Rolle. 4.1 Die offene Kinder-­‐ und Jugendarbeit Au
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Die Kinder-­‐ und Jugendarbeit bildet einen Hauptschwerpunkt in der Arbeit des SBZ. In Form des offenen Kinder-­‐ und Jugendtreffs hat jeder junge Mensch die Möglichkeit von Dienstag bis Donnerstag Freunde und Altersgenossen zu treffen, seinen Interessen nach zu gehen oder einfach nur vom Alltagsstress zu entspannen. In den Räumlichkeiten des Heizhauses finden Kinder wie Jugendliche Orte zum Austoben und Spielen, zum Entdecken und Ausprobieren, zum Lernen und Wachsen. Das Team der Sozialpädagogen/innen schafft einen Rahmen zur selbstorganisierten Freizeitgestaltung und unterstützt die Besucher/innen bei Konfliktlösungen und der Bewältigung von sozialen und schulischen Herausforderungen. Das Angebot wird regelmäßig und selbstverständlich angenommen. Gemeinsam mit den Heranwachsenden werden Projekte und Ferien, mit dem Ziel der Partizipation und Selbstorganisation, geplant und gestaltet. Durch die personelle Verstärkung um eine sozialpädagogische Fachkraft im Jahr 2014 konnte eine Steigerung der Arbeitsqualität sowie der Quantität erreicht werden. Die Betreuung des offenen Treffs war damit immer gewährleistet und bot auch für die Kinder und Jugendlichen mehr Möglichkeiten. Insgesamt besuchten 2253 Heranwachsende den offenen Treff (Diagramm 1), was einen deutlichen Zuwachs zum Vorjahr darstellt und zwar um mehr als ein Drittel (2013: 1657 Besucher). Besucherzahlen 2014 im offenen Treff
300
250
200
150
100
50
0
Diagramm 1 7 Das Geschlechterverhältnis hat sich minimal verändert: Die Zahl der Jungs, die den offenen Treff besucht haben, war etwas höher als die der Mädchen (2014: Jungen: 56%, Mädchen: 44%). In der Verteilung der Nutzergruppen ist eine Verschiebung hin von Jugendlichen zu Kindern zu beobachten (Diagramm 2). So waren über die Hälfte der Besucher/innen Kinder (4-­‐12 Jahre), die meisten davon zwischen 8 bis 12 Jahren. Der Anteil der Jugendlichen (ab 12 Jahren) nahm im Vergleich zum Vorjahr deutlich ab (vgl. 2013: 52% Jugendliche). Dieser Trend ist in ganz Rostock zu verzeichnen und ist einerseits durch die immer knapper werdende (Frei)Zeit von Jugendlichen sowie der Wunsch nach pädagogikfreien Räumen zu erklären. Zielgruppen im offenen Treff 2014
2%
2%
43%
Kinder
53%
Jugendliche
Kleinkinder
Elten
Diagramm 2 4.2 Einzelfallarbeit Für gelingende Einzellfallarbeit sind eine positive Bindung zwischen den Klient/innen und den Mitarbeiter/innen des SBZ sowie eine gute Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und anderen Institutionen nötig. Durch eine adäquate Zweitbesetzung im Offenen Treff konnte die Freizeit qualitativ sehr hochwertig mit den Kindern gestaltet werden. Dabei war für die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit für vertrauensvolle Gespräche gegeben. 13 verschiedene Fälle wurden im Berichtszeitraum bearbeitet. Dafür wurden viele Einzellfallgespräche geführt über Themen wie Berufs-­‐ und Lebensorientierung, familiäre Schwierigkeiten und soziale Integration. Diese Themenschwerpunkte spielten auch im letzten Berichtszeitraum schon eine Rolle. Bei mehreren Kindern nahmen wir gravierende Auffälligkeiten bezüglich der Schule wahr, die in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten, Lehrer/innen und der Sonderpädagogin als Kooperationspartner besprochen wurden. Daraufhin wurden beispielsweise verschiedene Nachhilfeangebote initiiert. Eine Mitarbeiterin des Offenen Kinder-­‐ und Jugendtreffs inserierte im Südstern einen Aufruf zur Suche von engagierten Personen in diesem Feld. Ein Kennenlerntreffen wurde einberaumt und Patenschaften zur Nachhilfe entstanden. Außerdem stellten wir einen erhöhten Bedarf an Erziehungsberatung fest. Immer wieder fanden Eltern den Weg zu uns, um Alltagsschwierigkeiten und Probleme in der Erziehung zu 8 besprechen. Einen niedrigschwelligen Zugang zu vielen Eltern bietet unser Montagscafé. Weitere Anliegen unserer jungen Besucher/innen waren Beziehungsprobleme, Gewalterfahrung innerhalb der Familie sowie Mobbing. In einem Fall begleiteten wir den Auszug aus dem Elternhaus in eine Wohngruppe. Leider stellten wir wiederholt fest, dass die Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Soziales, aber auch anderen Jugendhilfeträgern in diesen Beispielen nicht zufriedenstellend funktioniert. Einzellfallarbeit fällt nicht in unser rechtliches Aufgabenspektrum, dennoch kann es aus der offenen Kinder-­‐ und Jugendarbeit nicht ausgeschlossen werden. Das SBZ ist ein vertrauter Ort, wir Mitarbeiter/innen Bezugspersonen, daher auch oftmals erste Anlaufstelle für Hilfesuchende. Eine Weitervermittlung an das Amt bedeutet in vielen Fällen einen Wegbruch vom SBZ. Wir wünschen uns eine gute Zusammenarbeit mit dem Amt, HzE-­‐Trägern und anderen Familienhelfer/innen, was auch empfehlenswert für eine zielgruppen-­‐ und ressourcenorientierte Arbeit mit Erfolgen ist. 4.3 Ferien Ein wesentlicher Bestandteil in der Kinder-­‐ und Jugendarbeit ist der Bereich der Feriengestaltung. Für die Kinder-­‐ und Jugendlichen gab es in den Winter-­‐, Oster-­‐, Sommer-­‐ und Herbstferien 2014 wieder ein buntes Programm mit insgesamt 24 Angeboten. Vom Stencilworkshop über das perfekte Dinner bis zur Herbstrallye war für die unterschiedlichen Alters-­‐ und Interessengruppen alles dabei. So haben im Ganzen 278 junge Menschen an den Angeboten teilgenommen, 57% von ihnen waren Mädchen, 43% Jungen. Im Verhältnis zur Gesamtteilnehmer/innenzahl fällt die Mehrheit mit 42% auf die Sommerferien, in denen auch die meisten Angebote stattfanden. Ein besonderer Höhepunkt und auch häufig nachgefragt war die Ferienfahrt nach Flessenow am Schweriner See in Kooperation mit der Alten Schmiede und dem SBZ Toitenwinkel. Diese sozialraumübergreifende Kooperation ermöglichte den Teilnehmer/innen das Kennenlernen und den Aufbau von Kontakten innerhalb und außerhalb ihres Sozialraums. In der Planung der Angebote haben wir uns an den Wünschen und Bedarfen der Kinder und Jugendlichen orientiert. Diese haben wir im persönlichen Gespräch wie auch durch „Wunsch-­‐Plakate“ ermittelt. So haben wir auch Ausflüge unternommen, die für viele Familien aufgrund ihres finanziellen Hintergrunds nicht möglich wären. Durch die Förderung des Sommerferienprogramms durch die Hansestadt Rostock, konnten unsere jungen Besucher/innen u.a. zum Hansa Park fahren, eine Paddeltour unternehmen und sich im Graffitiworkshop ausprobieren. Die Zusammenarbeit mit Vereinen, HzE-­‐Trägern und anderen Institutionen war auch 2014 fester Bestandteil in der Feriengestaltung. So gab es u.a. gemeinsame Aktionen mit dem Hort der Kita Sonnenschein und das erfolgreiche Kinoprojekt „Sehsterne“ in Kooperation mit dem Liwu wurde fortgesetzt. Bei unseren Angeboten haben wir versucht alle Alters-­‐ und Zielgruppen einzubeziehen. So gab es auch Veranstaltungen für Familien und Kleinkinder wie das Spielplatzpicknick und das Sommerfest, zu dem von Groß und Klein herzlich eingeladen waren. 4.4 Projektarbeit mit Schulen Die Zusammenarbeit mit Schulen in unserem Sozialraum ist sehr wichtig für die sozialpädagogischen Ziele unseres Hauses. Gemeinsam unterstützen wir Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung, fördern Bildungsprozesse und helfen ihnen bei der Integration in die Gesellschaft. Ein enger Kontakt zu den Schulleiter/innen und einzelnen 9 Lehrer/innen besteht durch regelmäßige Treffen, einer neu gegründeten Schulleiter/innenrunde im Heizhaus sowie durch verschiedene Projekte sowie Projekttage. Folgende Projekte/tage führten wir 2014 durch • Ganztagsangebote zusammen mit dem Paul-­‐ Friedrich Scheel Zentrum: „Gänseblümchen“, „Bunte Hände -­‐ bunte Wände“, „Starke Mädchen“, „Stadtteilreporter Südstern“, "Neonlichter", • Ganztagsangebote an der Kooperativen Gesamtschule Südstadt: „Starke Mädchen“, „Stadtteilreporter Südstern“, „Demokratielernen-­‐ Eine Schüler/innenbefragung an der KGS“ • übergreifende Ganztagsangebote (teilweise) im SBZ mit Schülern/innen des ISG, der Werkstattschule, dem Erasmusgymnasium, Jenaplanschule und der KGS: „Erstellen der Südstern Webseite“, „Vernetzte Erde“, „Die Südstadt und Biestow im Focus (Fotoprojekt)“ • Projekttage mit der Kooperativen Gesamtschule Südstadt: alle 7. Klassen zum Thema: Sexualität und Pubertät („Ich krieg die Krise“), Projekttage der 5. Klassen „Eene, meene muh“ (Klassengemeinschaft, Stärken und Schwächen, Toleranz von Anderssein, Ausgrenzung), gemeinsame Halloweenparty der 5. Klassen • Projekte mit der Juri-­‐Gagarin Grundschule: Kinderfest zum Weltkindertag, "Weihnachtsspektakel" mit verschiedenen Klassen Zu unserem Stadtteilfest, das in diesem Jahr erneut stattfinden konnte, beteiligten sich ebenfalls fast alle Kooperationsschulen. Zusätzlich wurden die Räume des SBZ für Schulveranstaltungen genutzt. Besonders erfreut waren wir über die Eigeninitiative einiger Lehrerinnen, die mit ihren Schützlingen den Sozialraum erkundeten und als wichtigen „Stopp“ das Heizhaus sahen. Durch kreative Schulhofaktionen konnten wir neben der Öffentlichkeitsarbeit auch Pausenhöfe bunter gestalten. In Zusammenarbeit mit dem Fan-­‐
Projekt Rostock und den Schulen erfüllten wir im Sommer einen großen Wunsch unserer Kinder und Jugendlichen: ein Streetsoccer-­‐Turnier. Aufgrund der sehr erfolgreichen Durchführung und der positiven Rückmeldungen seitens der Projektpartner sowie der jungen Teilnehmer/innen möchten wir auch im nächsten Jahr dieses Sportereignis veranstalten. Die genannten Beispiele von Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule sind zwar schon mehr als ein Anfang, dennoch: Es bedarf zu viel Geduld und Energie sich in dem oft starren Schulsystem zu integrieren. Für die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen gilt es weiterhin daran zu arbeiten, die unterschiedlichen Herangehensweisen, Sprachen und Professionen von Jugendhilfe und Schule zusammen zu bringen. So wünschen wir uns beispielsweise einen flexibleren Fahrdienst für die Schülerinnen und Schüler des Paul Friedrich Scheel Zentrums. 4.5 Selbstgestaltete Angebote Das Angebot der letzten Jahre für junge Erwachsene mit Migrationshintergrund wurde auch 2014 fortgeführt. Hier gab es Hilfestellungen bei Alltagsproblemen, Workshops oder verschiedene Lernangebote. Für Jugendliche mit eigenen Ideen haben die Mitarbeiterinnen ein offenes Ohr und unterstützen bei Planung, Vor-­‐ und Nachbereitung von selbstorganisierten Projekten. Anfang des Jahres wurde ein Projektantrag von jugendlichen Besucherinnen des Offenen Treffs an die "Ich kann was!" -­‐Initiative gestellt. Gewünscht war ein selbstgestaltetes Theaterprojekt, 10 bei dem die Jugendlichen sich gegenseitig unterstützen. "Wir möchten anderen Kindern mit dem „Theater-­‐Kurs“ zeigen, dass jeder was kann und spielerisch die Probleme aus dem Alltag in einem Stück verarbeiten. Dazu gehört zum Beispiel: „verstehen, was eigene Eltern von einem wollen." Mit kleinen Hilfestellungen und Erklärungen, was ein Projektantrag bedeutet, formulierten die Mädchen einen Projektantrag, der auch eingereicht wurde. Aufgrund von familiären Umbrüchen und einer Rausnahme aus der Familie wurde das Vorhaben nicht weiter umgesetzt. Als pädagogische Mitarbeiterinnnen für den Offenen Treff im SBZ Südstadt/ Biestow versuchen wir immer wieder die Kids zu motivieren sich zu beteiligen, sie zu stärken und zu aktivieren. 4.6 Die Arbeit mit Familien Ein bedeutender Bestandteil der Angebote des SBZ blieb auch im Jahr 2014 das "Montagscafé". Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu unterstützen, gehört zu den unverzichtbaren Bausteinen unseres Ansatzes. Dieses niedrigschwellige Angebot nutzen neben bekannten Familien auch neue Eltern, die durch Empfehlungen von uns hören. Eine wichtige Unterstützung leistete die Kollegin der Familienberatungsstätte der Rostocker Stadtmission. Durch das Montagscafé leben wir eine produktive Kooperation. Der Austausch über Erziehungsthemen, gemeinsames Spielen oder Gesprächsrunden zu konkreten Themen (z.B. Sprachentwicklung) füllen neben dem geliebten Kaffeeklatsch dieses Angebot. Zusätzlich zu den regelmäßigen Besucher/innen des Montagscafés nutzen viele andere Eltern, vor allem Mütter, den Kontakt zu uns, um sich Rat zu holen. Sie tauschen sich gerne aus, berichten vom Familienalltag und bitten um Unterstützung. Zwischen den Pädagog/innen des SBZ und den Klient/innen herrscht großes Vertrauen. Familien aus den Stadtteilen Südstadt und Biestow besuchen unsere Feste für Jung und Alt, nutzen Ferienangebote und besuchen den Offenen Kinder-­‐ und Jugendtreff. 938 Besucher/innen verzeichnete das Montagscafé im Zeitraum 2014. Außerhalb der Ferienzeit konnte das Angebot regelmäßig stattfinden, nicht zuletzt auch wegen der neuen pädagogischen Stelle im SBZ. Im Durchschnitt finden sich 24 Personen im Montagscafé zum Zusammensein wieder. Dazu gehören Eltern, Kinder (3-­‐11 Jahre), Kleinkinder (0-­‐3 Jahre) und durch die Geschwisterkinder auch mal Jugendliche (Diagramm 3). Der Anteil der Mädchen liegt hier mit 65% deutlich höher als der der Jungen (Diagramm 4). Zielgruppe Montagscafé 2014 Geschlechterverteilung Montagscafé 31%
37%
Jungen
35%
Kinder
Jugendliche
Kleinkinder/ Babys
Mädchen
65%
Eltern
2%
30%
Diagramm 3 Diagramm 4 11 In dem Zusammenhang des Montagscafés und der Arbeit mit jungen Familien stoßen wir immer wieder auf das Thema der Frühen Hilfen. Die Frühen Hilfen als Schwerpunkt der präventiven Arbeit zu sehen ist außerordentlich wichtig in Bezug auf zielorientiertes soziales Arbeiten. Ein multiprofessionelles Netzwerk aus verschiedenen Unterstützungssystemen können koordinierte Hilfsangebote für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft anbieten. Die Förderung von Beziehungs-­‐ und Erziehungskompetenzen soll zum gesunden Aufwachsen von Kindern beitragen, ihre Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe sichern. Einen ersten Schritt in Richtung Aufbau dieses sozialen Netzwerkes konnte im Berichtszeitraum durch die Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen" in der Hansestadt getan werden. Es gab Fachtreffen für die unterschiedlichen Sozialräume sowie einen stadtteilübergreifenden Austausch. Eine Mitarbeiterin des SBZ Südstadt/Biestow nahm an den Treffen teil. Für die Stärkung von enger Vernetzung und Kooperation wünschen wir uns mehr Engagement sowie eine kontinuierliche Weiterarbeit an diesem Thema. 4.7 Die Arbeit mit Praktikant/innen Jungen Menschen eine Orientierung für ihren Berufswunsch zu geben, sie in Ausbildung oder Studium zu unterstützen, ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit im SBZ. So waren 2014 insgesamt 5 junge Menschen auf Grundlage des Bundesfreiwilligendienstes bei uns beschäftigt. Darüber hinaus konnten wir 19 Praktikant/innen pädagogisch anleiten und begleiten. Sie kamen aus den Bereichen Ausbildung zu/r Erzieher/in (3), Lehramtsstudium (6), Sozialpädagogigstudium (1), Ausbildung zu/r Ergotherapeut/in (3), produktives Lernen (2) sowie im Rahmen eines Schulpraktikums (3). Eine Praktikantin hat ihr Praktikum freiwillig absolviert, um für sich eine berufliche Orientierung zu finden (Diagramm 5). Alle Praktikant/innen haben einen Einblick in die Soziale Arbeit erhalten. Im Rahmen ihrer Ausbildung oder ihres Studiums wurden die jungen Erwachsenen von uns unterstützt, ihre erworbenen theoretischen Kenntnisse in die Praxis umzusetzen. Dabei konnten sie ihr pädagogisches Handeln im Umgang mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und Senior/innen erproben und eigene Projekte durchführen. Eine qualitative Anleitung durch die Mitarbeiterinnen im Kinder-­‐ und Jugendbereich war dabei immer sehr wichtig. In den wöchentlich stattfindenden Reflexionsgesprächen konnten die Praktikant/innen eine Rückmeldung über ihr pädagogisches Handeln geben und ein Feedback von den Kolleg/innen bekommen. Die Schülerpraktikant/innen konnten erste berufliche Erfahrungen sammeln und haben Impulse für die berufliche Orientierung bekommen. Diagramm 5 12 5 Schulsozialarbeit Die Schulsozialarbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes der Kooperativen Gesamtschule Südstadt und wird von den Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen sehr gut angenommen. Im Folgenden sollen die Aufgabenfelder und Schwerpunkte der Schulsozialarbeit im Jahr 2014 dargestellt werden. Der Schwerpunkt der Arbeit lag neben der lebensweltorientierten Beratung/Einzelfallhilfe von Schüler/innen in der Durchführung von sozialen Kompetenztrainings, die sowohl in Kleingruppen als auch im Klassenverband stattfanden. Die Gruppentrainings wurden überwiegend in den 6., 8. und 9. Klassen absolviert. Zudem wurde das Projekt „Kieb school“ im Rahmen des Ganztagsangebotes durchgeführt. Das soziale Training richtete sich an Schülern der 8.-­‐9. Klasse. Gemeinsam mit Kooperationspartnern konnte mit den Jungen ein wöchentliches Setting geschaffen werden, in dem sie sich ausprobieren und ihre Schwierigkeiten im Umgang mit Konflikten und angemessene Kommunikation trainieren konnten. Zu den Themen gehörten das Rollenverständnis zwischen Mann und Frau, Kommunikationstraining, Selbst-­‐ und Fremdwahrnehmung und Sucht. Dazu wurde unter anderem gemeinsam mit den Schülern eine Suchtberatungsstelle der „Caritas“ aufgesucht, um ihnen die Thematik etwas näher zu bringen. Des Weiteren wurden folgende sozialpädagogische Angebote durchgeführt: • Für alle 5. Klassen fanden am Anfang des Schuljahres 2014/15 Einführungsveranstaltungen statt, in denen den Schüler/innen das Arbeitsfeld Schulsozialarbeit an der KGS vorgestellt wurde. • Es schlossen sich Projekttage unter dem Namen „Eene, meene, muh...“ im ersten und zweiten Schulhalbjahr an. Diese dienten dem näheren Kennenlernen der Schüler/innen untereinander sowie dem Erkennen von Stärken und Schwächen als Ressourcen des Klassenverbandes. • Auf Anfragen der Klassenlehrer/innen gab es Angebote, regelmäßig „soziale Stunden“ in wöchentlichen Einheiten zum sozialen Lernen in einzelnen 6. und 7. Klassen durchzuführen. In einer 8. Klasse und 9. Klasse wurden die Trainings in regelmäßigen Abständen (nach Bedarf) durchgeführt. • Zudem wurden mit allen Schüler/innen der 7. Klasse Projekttage zum Thema „Sexualpädagogik“ durchgeführt, die in Kooperation mit der „Fachberatungsstelle für sexualisierte Gewalt“ und „Mit Sicherheit verliebt“ im Heizhaus des SBZ Südstadt/Biestow stattfanden. • Außerdem wurden berufsorientierende Projekttage in einer 5. und in einer 9. Klasse angeboten. Die lebensweltorientierte Beratung für Schüler/innen wurde auch 2014 zu einem Schwerpunkt in der Arbeit der SSA. So nahmen von der 5. bis zur 10. Klassenstufe Schüler/innen dieses Angebot in Anspruch. Die geschlechterspezifische Verteilung war ausgewogen, wobei der Anteil der weiblichen Ratsuchenden unwesentlich höher lag. Im zweiten Halbjahr suchten verstärkt Mädchen/junge Frauen der Klassenstufen 7, 8, 9 und 10 Unterstützung durch die Schulsozialpädagogin. Dabei waren einzelne Schülerinnen über längere Zeit, im Sinne von Einzelfallhilfen, mit der SSA in Kontakt. Oftmals waren auch kleinere Gruppen eines Klassenverbandes hilfesuchend, so vor allem aus den Klassenstufen 5, 6 und 8, 9 und 10. 13 Themenschwerpunkte aller Beratungen waren: • allgemeine Selbstzweifel/unsicheres Verhalten • das angemessene Lösen von konflikthaften Situationen • Probleme im Elternhaus • Ausschluss einzelner Schüler/innen • die Vorbereitung auf Abschlussprüfungen • Bewerbungstraining, Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche, Unterstützung bei der Berufsorientierung • Mobbing im Internet • Streitigkeiten innerhalb des Klassenverbandes • selbstverletzendes Verhalten • sowie Substanzmissbrauch (Rauchen, Kiffen) Auch Eltern bzw. Personensorgeberechtigte wandten sich an die SSA, dabei ging es unter anderem um Themen wie Schulleistungsprobleme, schulaversive Tendenzen, Probleme in der Klasse, selbstverletzendes Verhalten bei ihren Kindern, berufliche Orientierung. Im Jahr 2014 zeigte sich erneut, dass die Schulsozialarbeit an der KGS von vielen Lehrer/innen als eine unverzichtbare Instanz der Unterstützung wahrgenommen wird. Die Themen reichten vom Austausch über bzw. Blickwinkel auf einzelne Schüler/innen, der Beratung zum Umgang mit Störungen, der Vorbereitung problematischer Elterngespräche sowie Anfragen und Planungen von Projekten oder Höhepunkten in Schule (Halloween, Tag der offenen Tür etc.) und SBZ. Zusätzlich engagierte sich die Schulsozialpädagogin an der Mitgestaltung des Schullebens: • Präsentation beim Tag der Offenen Tür • Kindertag • Halloween • Begrüßung der 5. Klassen • Projektwochen • Vorbereitung / Organisation des 2015 geplanten Projekttages „Vielfalt Deluxe“ für die Klassen 7-­‐9 • Anleitung und Begleitung einer Praktikantin in der SSA • Teilnahme an Fallberatungen, Austausch und thematische Sitzungen beim Schulpsychologischen Dienst im Schulamt Rostock • Teilnahme an Praxistreffen zum Thema „Schulmeidung“ • Teilnahme an Schulleitungssitzungen. Als Mitarbeiterin des SBZ ist die Schulsozialpädagogin ebenfalls in die Offene Kinder-­‐ und Jugendarbeit involviert. Sie arbeitete einmal in der Woche im Offenen Kinder-­‐ und Jugendtreff oder gewährleistete die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von bestimmten Höhepunkten (Stadtteilfest, Kinderfest, jahreszeitliche Feste im Stadtteil, Weltkindertag). 6 Die Gemeinwesenarbeit Gemeinwesenarbeit ist eine Kernaufgabe des SBZ. Wir nehmen aktiv Einfluss auf das Gemeinwesen und ermutigen Menschen zum bürgerschaftlichen Engagement. 14 6.1 Die Kursgestaltung Die Kursgestaltung hat sich bewährt und ist ähnlich strukturiert wie im Jahr 2013. Es werden unterschiedlichste Kurse im kreativen sowie sportlichen Bereich für alterspezifische (z.B. Krabbelgruppe, Seniorengymnastik) als auch altersübergreifende Gruppen (Origami, Diagramm 6 angeboten. Hinzu kommen Konzerte, das Stadtteilfrühstück, Vermietungen und Malerei) Feste. Die Zahl der Besucher/innen steigerte sich zum Vorjahr um 15%. 6.2 Das Ehrenamt Das Ehrenamt war auch 2014 ein Schwerpunkt der Mitarbeiter/innen des SBZ. Das im Jahr 2012 überarbeitete Ehrenamtskonzept wurde angewendet und hat sich bewährt. 23 Ehrenamtler/innen arbeiteten regelmäßig mit einer Vereinbarung in unseren Häusern, 5 Personen konnten 2014 neu gewonnen werden. 3 Vereinbarungen wurden aufgelöst, ein langjährig engagierter Ehrenamtler ist leider verstorben, für 2 Engagierte traten private Umstände ein, die ein Ruhen der Vereinbarung notwendig machen. Durch die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Rostock wurde eine Kooperation mit Frau Elmourahik angeregt, die Vorsitzende des Vereins „von Frau zu Frau“ ist. Sie nutzt seit 2012 unsere Räume für ihre Arbeit. Dabei liegt der Schwerpunkt des Vereins auf der Integration von Frauen mit Migrationshintergrund. Neben Sprachförderung, Hilfe bei Behördenangelegenheiten werden auch kulturelle Veranstaltungen angeboten. Zusätzlich wurde von Frau Elmourahik ein deutsch-­‐arabischer Verein gegründet, deren Mitglieder sich regelmäßig im Heizhaus treffen. Inzwischen ist es zum Abschluss einer schriftlichen Ehrenamtsvereinbarung mit Frau Elmourahik gekommen und eine weitere Ehrenamtlerin unseres Hauses wird sich künftig verstärkt der Kooperation mit diesem Verein widmen, um eine bessere Integration von Migrant/innen zu fördern. Es wurden insgesamt 11.282,5 Ehrenamtsstunden geleistet. Der Anteil von Stunden die ehrenamtlich von Engagierten ohne schriftliche Vereinbarung geleistet wurden, beläuft sich dabei auf 405. Der Bundesfreiwilligendienst erbrachte 3878 Stunden und wird erstmalig mit aufgelistet. Um den Vergleich zu den Vorjahren im Diagramm 6 nachvollziehbar zu werten, sind nur die Ehrenamtsstunden mit und ohne Vereinbarung enthalten. Die geleisteten ehrenamtlichen Arbeitsstunden für die Stadtteilzeitung „Südstern“ wurden nicht dokumentiert. Die ehrenamtliche Unterstützung der inhaltlichen Arbeit des Stadtteil-­‐ und Begegnungszentrums ist um 24,9% zum Jahr 2013 gestiegen. Es lässt sich vermuten, dass ein niedrigschwelliger Zugang in unseren Häusern, guter Informationsfluss sowie eine positive Öffentlichkeitsarbeit ehrenamtliches Engagement fördern. Darstellung der geleisteten Ehrenamtsstunden 2009/2010/2011/2012/2013/2014 2014
2013
2012
2011
2010
2009
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
15 6.3 Die Stadtteilzeitung Der „Südstern“, eine Zeitung für den Sozialraum Südstadt/ Biestow, ist seit 2010 ein beliebtes und anerkanntes Medium im Stadtteil und wird von vielen Kooperationspartnern als Plattform genutzt. Neben den bekannten 14 Rubriken („Aktuelles“, „Senioren für Senioren“, „Miteinander leben“, „Sport“, „Kultur“, „Kinder und Jugend“, „Wir stellen uns vor“, „Plattdütsch“, „Lyrisches“, „Stadtteilgeschichte“, „Vernetzte Erde“, „Veranstaltungen“ und „Uniseite“) sind 2014 die beiden Rubriken „Steckenpferd“ und „Ratgeber“ hinzugekommen. Somit waren insgesamt 16 Redaktionsteams mit über 100 Personen an der Erstellung der „Südstern“-­‐Ausgaben beteiligt. Eine enorm große Zahl an ehrenamtlichen Stunden wurde geleistet, um die Zeitung alle 3 Monate herauszubringen. Aufgrund der großen Beteiligung ist die Zeitung sehr vielfältig geworden und die 16 Redaktionsteams konnten sich mit ihren Beiträgen abwechseln, sodass nicht in jeder Ausgabe alle Rubriken vertreten waren. Der Vernetzungsgrad im Sozialraum ist durch den „Südstern“ intensiviert worden, insbesondere durch die Beteiligung der politischen Gremien wie den Ortsbeiräten. Der erste Stadtteilrundgang, der durch den „Südstern“ ins Leben gerufen wurde, fand am 17. Mai 2014 statt und wurde vom Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege unterstützt. Auf Einladung der Bürgerinitiative fand im Oktober der nächste statt. Weitere Stadtteilrundgänge sind für 2015 geplant. Da 2014 die Projektarbeit weggebrochen ist, hat sich die Stadtteilzeitung im letzten Jahr ausschließlich über Anzeigen finanziert. Dies war und ist eine schwierige Ausgangssituation für ein dauerhaftes Beteiligungsprojekt im Stadtteil, dennoch soll auch im nächsten Jahr das Projekt Stadtteilzeitung fortgeführt werden. 6.4 Höhepunkte und besondere Ereignisse Zu den Höhepunkten des Jahres zählten neben den Sommerferien vor allem das Frühlings-­‐, Sommer-­‐ und Weihnachtsfest. Diese kulturell prägenden Veranstaltungen werden generationsübergreifend geplant und gemeinsam mit Jung und Alt veranstaltet. Durch die Bewilligung einer weiteren Personalstelle konnte 2014 das beliebte Stadtteilfest wieder veranstaltet werden. Dieses wurde von den Einwohner/innen sehr begrüßt, gut angenommen und nicht zuletzt durch deren aktive Mitwirkung ein voller Erfolg. 7 Die Resozialisierungsarbeit Als Träger der Jugendhilfe und dem Nachweis der Gemeinnützigkeit haben Menschen die Möglichkeit, in unseren Häusern ihre Arbeitsstunden abzuleisten. Hier hält ein Mitarbeiter des SBZ intensiven Kontakt zu den Kooperationspartnern: „Phönix e.V.“, der Jugendgerichtshilfe der Hansestadt Rostock sowie zu Gerichts-­‐ und Bewährungshelfer/innen bei den Sozialen Diensten der Justiz. Durch diese Partner erfolgt zunächst die Vermittlung. Im SBZ wird dann das Erstgespräch geführt. Es erfolgt die Zuweisung gemeinnütziger Arbeit, Kontrolle, Registrierung der abzuleistenden Stunden und schließlich das Abschlussgespräch. Es ist wichtig, den Betroffenen zu vermitteln, dass hier mit gesellschaftlich nützlicher Arbeit ein Stück Wiedergutmachung erfolgt. Im Jahr 2014 leisteten 5 Menschen insgesamt 730 Stunden ab. 16 8 Die soziokulturelle und politische Arbeit Die Soziokulturelle Gemeinwesenarbeit ist ein zentrales Arbeitsprinzip unseres Stadtteils. Ein über Jahre gewachsenes Veranstaltungsprofil richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen und bietet Kommunikation, Gemeinschaft und Bildung. Ein Beispiel dafür sind die 14 Konzerte mit ca. 1670 Besuchern in der Pumpe im Jahr 2014. Neben den Konzerten fanden im SBZ noch viele weitere kulturelle Veranstaltungen statt. So waren im Heizhaus Frauen zu Gast, die selbst kleine Erzählungen und Gedichte schreiben und sich mit interessierten Besucher/innen über ihre Werke austauschten. Unsere „Plattdütschen“, die sich auch 2014 wieder wöchentlich trafen, erfreuten mit einem Programm. Auch in der Pumpe kamen die Freunde dieser Mundart bei zwei humorvollen Veranstaltungen auf ihre Kosten. Das Seniorentheater führte ihr neues Programm im Oktober auf und erntete viel Applaus. Alle aufgeführten Veranstaltungen wurden im gemütlichen Rahmen bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen präsentiert. In beiden Häusern gab es für die Besucher/innen Ausstellungen zu besichtigen. So stellte Frau Helga Manowski eine Auswahl ihrer Werke in der Pumpe aus. Auch im Heizhaus gab es 2 Ausstellungen mit Vernissage beim Stadtteilfrühstück von Hobbyykünstlern/innen aus der Südstadt. Immer wieder gab und gibt es Anfragen von Anwohner/innen, die gerne bei uns ausstellen möchten, was wir auch in Zukunft weiter unterstützen. Zur politischen Arbeit kann festgehalten werden, dass wir einen regelmäßigen Austausch mit den Ortsbeiräten Südstadt und Biestow pflegten. Der Ortsbeirat ist ein wichtiges Gremium hinsichtlich der Beteiligung der Bürger/innen. Der Südstädter Ortsbeirat tagte monatlich im SBZ. 9 Öffentlichkeitsarbeit Die Öffentlichkeitsarbeit spielt eine große Rolle für das SBZ Südstadt/Biestow. Ziele der Öffentlichkeitsarbeit waren (und sind) für uns zum einen, unsere Arbeit transparent zu machen, zum anderen das Erreichen unserer Zielgruppen. Wir haben zum Mitmachen aufgefordert, Erfolge dokumentiert und unsere Angebote beworben. Hierfür haben wir mit der Presse zusammen gearbeitet und unseren Pressespiegel weitergeführt, um einen Überblick über unsere Mitteilungen zu erhalten. Eine große Unterstützung bekamen wir dabei von ehrenamtlichen Helfer/innen, die Zeitungsartikel über das Leben in unseren Stadtteilen sammelten. Eine kleine Auswahl befindet sich im Anhang. Neben der Zusammenarbeit mit der Presse, die überwiegend mit dem Südstern und einem ausgewählten Presseverteiler erfolgte, gestalteten wir regelmäßig Flyer und Plakate für besondere Veranstaltungen und Programme, die über Aktivitäten informierten. Sie wurden auf Schulhofaktionen und durch Ehrenamtliche im Sozialraum an Einrichtungen und Kooperationspartner verteilt. Neu ist unsere Postkarte mit Veranstaltungshinweisen, die seit 2014 zweimal im Jahr mit einer Auflage von 3000 Exemplaren erscheint. Über unsere Homepage, die im letzten Jahr ein neues und modernes Design erhalten hat, konnten sich Besucher/innen zusätzlich über aktuelle Ereignisse und Veranstaltungen informieren. Wir haben insgesamt 283 Newsletter verschickt und über 1000 Flyer verteilt. Über den Facebook-­‐Account, der 2014 eingerichtet wurde, erreichen wir vor allem jüngere Besucher/innen. Wir informierten sie über neue Angebote, luden Fotos vergangener Events hoch und gaben ihnen die Möglichkeit, durch den „Gefällt mir“-­‐Button oder direkte Kommentare eine Rückmeldung zu den Angeboten zu geben. 2014 konnten wir über das Profil 88 „Gefällt mir“-­‐Angaben verzeichnen. Der Account wurde und wird täglich von uns 17 gepflegt, ist allerdings noch in der Anfangsphase. Zukünftig erhoffen wir uns, noch mehr junge Menschen über dieses Medium zu erreichen. 10 Organisation Seit Mai 2014 hat die SBZ Südstadt/Biestow gGmbH nur noch einen Gesellschafter. Der Pumpe e.V. hat die Anteile des Ohne Barrieren e.V. übernommen. Neben dem sozialen Aspekt des Betreibens des SBZ spielte auch der wirtschaftliche Aspekt 2014 eine ständige Rolle. Im Haushaltsjahr 2014 erbrachten das SBZ Eigenmittel, Teilnahmebeiträge und Eintrittsgelder in Höhe von 20.000,00 €. Für unsere Einrichtungen erhalten wir öffentliche Mittel, über deren Verwendung legen wir regelmäßig Rechenschaft ab. 11 Personal Im Jahr 2014 war der Bereich der offenen Kinder-­‐ und Jugendarbeit durch die im Dezember 2013 neu eingerichtete Stelle erstmals mit zwei Kolleginnen besetzt. Hierdurch konnte eine hohe Qualität in der Arbeit erreicht werden, da durch die personelle Entspannung und einhergehende Arbeitsentlastung ein größerer Zeitrahmen für die persönliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stand. Des Weiteren konnte auch ein zusätzlicher Schwerpunkt in der Prävention und Projektarbeit mit Schulen gesetzt werden. Somit waren 2014 sechs Stellen mit Fachkräften besetzt. Unvorhergesehen gab es zum 1. April einen Mitarbeiterinnenwechsel im Rahmen der Schwangerschaftsvertretung in der Schulsozialarbeit. Eine neue Kollegin konnte in diesem Arbeitsfeld eingearbeitet werden und eine Beziehung zu den Schüler und Schülerinnen sowie zu den Lehrer und Lehrerinnen der Kooperativen Gesamtschule aufbauen. Einen weiteren Mitarbeiterinnenwechsel gab es zum 1. Oktober. Die Leiterin des SBZ ging für ein halbes Jahr in unbezahlten Urlaub und eine Kollegin aus der Elternzeit kam zurück. Die Aufgaben der Leitung wurden im Team aufgeteilt, so dass es vorübergehend zu einer Umstrukturierung der Arbeitsfelder kam. Die Arbeit im SBZ wurde 2014 zusätzlich bis Oktober von 2 und danach von 3 Bundesfreiwilligen unterstützt. 12 Weiterbildungen und Teamarbeit 2014 hat das Team des SBZ regelmäßig an Supervisionen durch einen externen Moderator teilgenommen. Zudem fanden wöchentlich Dienstberatungen statt, in denen Arbeitsaufteilungen, Anfragen von Besucher/innen, fachliche Neuerungen, Informationen über andere Vereine und aus den Arbeitskreisen, wahrgenommene Bedarfe im Sozialraum etc. besprochen wurden. Am 20.05.2014 fand ein gemeinsamer Fachtag aller SBZs unter dem Motto „Sozialräume in Bewegung“ statt. Hierzu wurden Mitarbeiter/innen des Amtes für Jugend und Soziales sowie alle Planungsgruppenleiter eingeladen. Das Konzept der Sozialräumlichen Orientierung der Hansestadt Rostock stand im Fokus. Die Kolleginnen aus dem Kinder-­‐ und Jugendbereich nahmen im Rahmen der 21. Rostocker Aktionstage gegen Suchtgefahren am Fachtag "was man über moderne Drogen wissen muss!" teil. Eine Kollegin hat sich zum Thema Pubertät weiterbilden lassen. Der Fachtag "die offene Kinder-­‐ und Jugendarbeit muss sich neu erfinden -­‐ zwischen Facebook, Shoppingmall und McDonalds..." und auch der Fachtag über Kindeswohlgefährdung wurde von jeweils einer Kollegin besucht. Die Schulsozialarbeiterin beteiligte sich am Fachtag "Cybermobbing", wie auch am Fachtag "Suchtprävention". 18 Nachdem die Sozialraumanalyse und die Evaluierung der SBZ 2014 abgeschlossen wurden, nahm das Team an der Auswertungsveranstaltung der Fremdevaluation, wie auch an der Regionalkonferenz für Stadt Mitte teil. Hier wurden die Ergebnisse der Erhebungen vorgestellt, mit allen Beteiligten analysiert und Handlungsperspektiven erarbeitet. 13 Gremienarbeit, Arbeitskreise und Arbeitsgemeinschaften Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des SBZ Südstadt/ Biestow nahmen auch im Jahr 2014 wieder an verschiedenen Arbeitskreisen, -­‐gemeinschaften und Gremien teil und brachten sich dort aktiv ein. Die regelmäßige Teilnahme an diesen Gruppen war ein wichtiger Gegenstand im Arbeitsfeld, den fachlichen Austausch betreffend, aber auch die Arbeit bzw. die Informationen auf politischer Ebene. In folgende Gremien, Arbeitskreise(AK) und -­‐gemeinschaften(AG) war unser Team aktiv beteiligt: • Arbeitskreis Gemeinwesenarbeit : ein Mitarbeiter Gemeinwesenarbeit • Fachkreis Ehrenamt: eine Ehrenamtskoordinatorin • AG SBZ Leiter/innen: Leiterin des SBZ Südstadt/ Biestow • Lenkungsgruppe: Leiterin des SBZ Südstadt/ Biestow • Arbeitskreis Schulsozialarbeit: Schulsozialpädagogin • Schulleitungssitzung, Schul-­‐ und Klassenkonferenzen, schulinterne Gremien und Dienstberatung: Schulsozialpädgogin • Sozialraumteam Stadtmitte, Südstadt, Biestow, Kassebohm, Brinckmannsdorf: eine Kinder-­‐ und Jugendsozialarbeiterin • Arbeitskreis Offene Kinder-­‐ und Jugendarbeit: eine Kinder-­‐ und Jugendsozialarbeiterin • Lokales Bündnis für Familien: eine Kinder-­‐ und Jugendsozialarbeiterin • AK Länger leben im Quartier: ein Mitarbeiter • AK Stadtteilatlas: ein Mitarbeiter 14 Fazit Das SBZ Südstadt/Biestow hat sich auch im Jahr 2014 in allen Bereichen stabil weiterentwickelt. Insbesondere durch den engagierten Einsatz vieler ehrenamtlich tätiger Kolleg/innen konnte die Vielfalt der Angebote in den Häusern sowie die Qualität der Arbeit weiter fortgeführt werden. Das vergangene Jahr war bestimmt von Evaluierungen und Befragungen der unterschiedlichen Zielgruppen. Der Umgang mit den Ergebnissen wird die Arbeit des SBZ im nächsten Jahr mitbestimmen. Eine Aufgabe wird es sein, in Zusammenarbeit mit den anderen SBZ und dem Jugendamt, die Qualitätsstandards der SBZ zu überprüfen und an aktuelle Entwicklungen anzupassen, um später das Rahmenkonzept der SBZ fortzuschreiben. Auch die Auseinandersetzung mit der Aufsuchenden Arbeit, als ein Thema der Sozialraumanalyse sowie der Fremdevaluierung, wird im Austausch mit anderen Fachkräften aus dem Kinder-­‐ und Jugendbereich in ganz Rostock erfolgen müssen. Insgesamt ergaben allerdings alle Befragungen, dass sich die Mehrheit der Bewohner/innen, Jung wie Alt, in unserem Sozialraum wohl fühlen. 19 Die geplanten städtebaulichen Veränderungen in der Südstadt werden weiterhin viele Menschen beschäftigen. Sie zu aktivieren, sich in diese Prozesse einzubringen und in unseren Räumen Möglichkeiten des Treffens und des Austauschs zu geben, wird weiter eine unserer Aufgaben sein. Im Rahmen der Kinder-­‐ und Jugendarbeit ist eines unserer Ziele, die Zusammenarbeit mit dem HzE-­‐Bereich und dem Jugendamt zu intensivieren und die Sozialraumorientierung zu leben. Eine Herausforderung für 2015 wird es sein, mit der steigenden Zahl an Asylsuchenden und deren Bedürfnissen umzugehen und durch entsprechende Angebote der Vielfalt in unserem Sozialraum gerecht zu werden. Unsicherheiten auf allen Seiten abzubauen und das Öffnen der Kulturen füreinander zu fördern. Erste Schritte wurden bereits 2014 durch sehr engagierte Ehrenamtler/innen unternommen, was wir weiterhin begleiten und unterstützen möchten. Eine ausreichende qualifizierte soziale Betreuung und Begleitung von Flüchtlingen sollte allerdings nicht durch vorhandenes Personal oder Ehrenamt erfolgen. Es gilt bei aller Focuszierung auf neue Aufgabenbereiche darauf zu achten, verlässliche und vertraute Aufgaben und Angebote weiter aufrecht zu erhalten. Mit der personellen Aufstockung 2014 konnte eine Entlastung permanenter Überlastung geschaffen werden und es fand eine qualitative Steigerung in der Beziehungsarbeit zu den Kindern und Jugendlichen statt, als auch der präventiven Angebote. Diese kann allerdings nicht durch die Übernahme immer neuer Aufgaben gefährdet werden.