finden Sie die Stellwand des BPI - Berliner Psychoanalytisches Institut

Berliner Psychoanalytisches Institut
Karl-Abraham-Institut e.V.
Original Behandlungsstuhl von Carl Müller-Braunschweig
»Ahnengalerie« im BPI
Bibliothek
Behandlungsraum
Gemälde von Karl Abraham
Zur Geschichte
Ausbildung
Weiterbildung
Das Berliner Psychoanalytische Institut blickt auf eine lange Geschichte zurück.
Das Berliner Psychoanalytische Institut (BPI), Karl-Abraham-Institut e.V., ist ein staatlich anerkanntes Aus- und Weiterbildungsinstitut, das Ärzte zum Erwerb des ärztlichen Zusatztitels
Psychoanalyse und Psychotherapie führt, Psychologen zum Erwerb der Approbation zum
Psychologischen Psychotherapeuten.
Für alle Berufsgruppen (z.B. Philosophen, Pädagogen, Juristen, Lehrer, Theologen, Sozialwissenschaftler, Sozialarbeiter, Kunst- und Kulturwissenschaftler, Politik- und Wirtschaftswissenschaftler), für die eine Vertiefung ihres Verständnisses psychischer Prozesse mit Hilfe
psychoanalytischer Konzepte hilfreich ist, gibt es individuell angepasste Weiterbildungsmöglichkeiten, die, wenn gewünscht, eine Teilnahme an der Weiterbildung der Deutschen
Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) in Psychoanalytischer Sozial- und Kulturtheorie
­ermöglichen.
Sigmund Freuds engste Mitarbeiter Karl Abraham und Max Eitingon hatten 1920 zusammen mit Ernst Simmel das erste psychoanalytische Institut der Welt mit »Poliklinik und
Lehranstalt« gegründet. Mit seiner engen Verbindung von Praxis und Theorie, Lehre und
Forschung wurde es zum Modell für zahlreiche weitere Institute in Europa und Amerika.
Neben Wien und London wurde es bald zu einem bedeutenden Zentrum der psychoanalytischen Bewegung. Noch heute sind die seinerzeit in Berlin erarbeiteten Ausbildungsrichtlinien in ihren Grundzügen in der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung gültig.
Bei der Verfolgung der Psychoanalyse Sigmund Freuds in Deutschland durch die Nationalsozialisten verlor das Berliner Institut seine Eigenständigkeit und wurde einem staatlichen
Psychotherapie-Institut eingegliedert.
1951 kam es zur Neugründung des BPI, das personell identisch mit der 1950 gegründeten
Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) war. Die Gruppe um Carl MüllerBraunschweig suchte eine entschlossene Rückbesinnung auf die Freudsche Psychoanalyse
und wollte sich bewusst von den in der NS-Zeit eingegangenen Kompromissen absetzen.
Bereits 1951 wurde die neue Vereinigung in die Internationale Psychoanalytische Vereinigung
(IPV) aufgenommen und von vielen Emigranten und ausländischen Kollegen über Jahrzehnte
bei diesem Neuanfang aktiv unterstützt. In Erinnerung an den Begründer der Psychoanalyse
in Deutschland wurde das BPI 1970 in »Karl-Abraham-Institut« umbenannt. Es ist eines von
heute 14 Ausbildungsinstituten der DPV in der Bundesrepublik Deutschland.
Das wissenschaftliche
und soziale Leben am BPI
Wir verstehen Psychoanalyse als lebendige Diziplin, die sich vor allem im stetigen Austausch weiterentwickelt und vertieft. Deshalb bestimmen kollegiale Dikussionen und die
Auseinandersetzung mit psychoanalytischer Literatur und mit Erkenntnissen aus Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft unsere Tätigkeit am Institut.
• Jedes Semester wird mit dem Vortrag eines der Mitglieder
über seine aktuelle Arbeit eröffnet.
• Während der Semester werden in- oder ausländische Gäste zu
wissenschaftlichen Vorträgen eingeladen, oft in Verbindung mit
einer institutsinternen Supervisionssitzung am nächsten Tag.
• Einmal im Jahr veranstalten wir einen ganztägigen Workshop
zu einem klinischen Thema.
• Im Postgraduate-Seminar, sowie in einer geschlossenen Supervisions­gruppe mit britischen Kollegen und in fortlaufenden, ebenfalls geschlossenen
Intervisionsgruppen tauschen wir Mitglieder uns regelmässig über unsere
klinische Arbeit aus.
• Die Lektüregruppe trifft sich einmal im Monat und diskutiert
aktuelle Veröffentlichungen.
Regelmässig gehen die Vorträge und Diskussionen am Ende in einen geselligen Teil über,
der Gelegenheit zu Gesprächen, Nachträgen und Verabredungen zu neuen Projekten bietet.
Besondere Festtage von Mitgliedern, Geburtstage und Abschlüsse werden häufig gemeinsam gefeiert, öfters in Form kleiner Symposien.
Das Institutsleben ist demokratisch organisiert und beruht mit Ausnahme des Sekreteriats
ausschließlich auf Ehren­amtlichkeit.
Ärzte und Psychologen werden berufsbegleitend gemäß den Standards der deutschen
Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) in Psychoanalyse ausgebildet. Die Ausbildung in tiefenpsychologischer Psychotherapie ist in dieses Curriculum integriert.
DIE AUSBILDUNG RUHT AUF DREI SÄULEN
→ Lehranalyse (sie begleitet in der Regel die gesamte Ausbildung)
→ Praktische Ausbildung: Anamnesenerhebung, behandlungstechnische Seminare,
psychoanalytische und psychotherapeutische Behandlungen unter Supervision
→ Theoretische Ausbildung (Seminare, Workshops, Vorlesungen, Gastvorträge,
Teilnahme an deutschen, europäischen und internationalen Kongressen)
Eine Zusatzausbildung in Kinder- und Jugendlichenanalyse ist möglich. Auf Grund der
­Zugehörigkeit zur Internationalen Community und der Öffnung zu unseren osteuropäischen
Nachbarn haben Kollegen aus diesen Ländern die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Ausbildung
bei unseren Institutsmitgliedern shuttle-Analysen zu machen und am Institutsleben teilzunehmen. Studierende der Medizin und der Psychologie haben im Rahmen eines Orientierungssemesters die Möglichkeit, theoretische Seminare zu besuchen und auf diese Weise
Einblick in die Lehre und die Atmosphäre am Institut zu bekommen.
Das Herzstück der Ausbildung am BPI ist die Lehranalyse. Nach etwa einem Jahr können
Ausbildungsteilnehmer an den theoretischen Seminaren und am Anamnese-Seminar teilnehmen und etwas später selbst Anamnesen erheben. Dieser Teil der Ausbildung wird mit
einer Zwischenprüfung vor einem überregionalen Gremium der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung abgeschlossen. Ist die Zwischenprüfung erfolgreich bestanden, können
die Kandidaten mit Patientenbehandlungen unter engmaschiger Supervision beginnen.
Bei Nachweis von genügend Erfahrung können einerseits Psychologen die staatliche
­Abschlussprüfung ablegen und approbiert werden und Ärzte die o.g. Zusatztitel bei der
Ärztekammer erwerben. Beide können zum anderen mit dem abschließenden Kolloquium
vor Fachgremien der DPV die Mitgliedschaft an einem der Institute der DPV und der
Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung erlangen (IPV).
Schwerpunkt der Ausbildung ist die Psychoanalyse in ihrem klassischen hochfrequenten
Setting. Theoretisch und behandlungstechnisch stehen vor allem die Konzepte Sigmund
Freuds und Melanie Kleins und deren Weiterentwicklungen durch Winnicott und Bion u.a.
im Mittelpunkt. Auch zeitgenössische Konzepte in der postkleinianischen oder französischen
Tradition oder wie z. B. die Theorien der Intersubjektivität haben ihren Platz in der wissenschaftlichen Diskussion und in klinischen und theoretischen Arbeiten. Niederfrequente
­Behandlungstechniken und deren Indikation werden auf dem Boden der hochfrequenten
Erfahrung vermittelt.
Für die Gründlichkeit und Sorgfalt der Ausbildung stehen Personen ein, die als Lehranalytiker
und Dozenten, als Supervisoren, Wissenschaftler und Fachautoren weitreichende Erfahrung
mitbringen und sich dabei zum Teil international einen Namen gemacht haben. Der besondere Reiz der Ausbildung am BPI besteht aber vor allem in der intensiven Teilhabe am kollegialen Austausch der Mitglieder am Institut, in der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung
(DPV) sowie der Europäischen (EPF) und der Internationalen Vereinigung (IPV).
Neben der individuell abgestimmten Ausbildung weitet das den Blick auf andere Länder
und Regionen mit ihrer psychoanalytischen Praxis und auf andere wissenschaftliche Disziplinen und Berufsgruppen.
In Balintgruppen für Medizinstudenten, Ärzte und Therapeuten jeder Fachrichtung unter
der Leitung erfahrener Analytiker wird es möglich, im Spiegel der Gruppe vertiefte Einblicke
in das Praxisfeld anderer Teilnehmer zu bekommen, sowie die eigene Arbeit im Spannungsfeld unbewusster Dynamik zu reflektieren.
Ambulanz
Seminarraum des BPI
Das Berliner Psychoanalytische Institut (BPI)
Karl-Abraham-Institut e.V.
ist Ausbildungsinstitut der Deutschen
Psychoanalytischen Vereinigung (DPV)
→ www.dpv-psa.de
DPV-Mitglieder sind gleichzeitig Mitglieder
der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV)
→ www.ipa.org.uk
Als Fachgesellschaft ist die DPV Zweiggesellschaft
der Europäischen Psychoanalytischen Föderation (EPF)
→ www.epf-fep.eu
und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Psycho­analyse,
Psychotherapie,Psychosomatik und Tiefen­psychologie (DGPT)
→ www.dgpt.de
Die Ambulanz ist ein weiteres Herzstück unseres Institutes und steht in der Tradition der
Poliklinik, die 1920 von Karl Abraham und Max Eitingon gegründet worden war.
Erwachsene, Jugendliche und Eltern mit ihren Kindern, die unter seelischen Problemen
leiden, können sich an unsere Ambulanz wenden. In mehreren Vorgesprächen wird eine
sorgfältige diagnostische Einschätzung der Art der Störung vorgenommen. Daraus abgeleitet wird eine Behandlungsempfehlung ausgesprochen und ein entsprechender Behandlungsplatz bei Mitgliedern unseres Institutes vermittelt.
Die erbrachten Leistungen können über alle Krankenkassen abgerechnet werden, da diese
Einrichtung vom Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin anerkannt ist.
Die telefonische Anmeldung erfolgt über unser Ambulanzsekretariat:
T 030/2655 4918
M [email protected]
Öffentliche Veranstaltungen
Im Winter- und Sommersemester werden öffentliche Vorlesungen und Gespräche mit Psychoanalytikern und Psychoanalytikerinnen des Karl-Abraham-Instituts zu Themen der Psycho­
analyse für Gasthörer und interessierte Studierende und Kollegen angeboten.
Psychoanalytische Kunstbefragung
In jedem Herbst wird von Mitgliedern des BPI eine Vortragsreihe zur Interpretation von Werken
der Kunst, Literatur und Musik im Literaturhaus in der Fasanenstraße veranstaltet.
Karl-Abraham-Vorlesung
Rund um den Geburtstag von Karl Abraham, dem Gründer und Namensgeber unseres
­Institutes wird seit 1992 jedes Jahr Anfang Mai die Karl-Abraham-Vorlesung von einem
­renommierten Psychoanalytiker gehalten. Diese findet z.Zt. im ICI in Berlin statt.
Berliner Psychoanalytisches Institut (BPI)
Karl-Abraham-Institut e.V.
Körnerstraße 11
10785 Berlin-Mitte
Sie erreichen das Sekretariat telefonisch
am Montag und Donnerstag von 10 – 13 Uhr
T 030-2693 0720
F 030-2655 4919
[email protected]
www.bpi-psa.de