Sonstiges - Arno Wetzel

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Sonstiges
Themenübersicht
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Logische Schalterverknüpfungen
❍ Erzwungene Zu- und Abschaltung eines Mischers
❍ Flugphasenumschaltung erzwingen
Logische Schalterverknüpfungen
Wen man die ersten Modelle auf der MC-24 programmiert, greift man relativ schnell auf Schalter zurück, um
irgendeinen Mischer zu deaktivieren oder aktivieren oder in eine andere Funktion umzuschalten. Die Schalter
sind bei dieser Anlage wirklich einfach zu handhaben, beim Setzen dürften keinerlei Probleme auftauchen.
Der nächste Schritt wäre dann der Einsatz von Geberschaltern, wo sich allerdings eine Menge Anwender
schon sehr schwer tun. Einerseits mag dies vor allen Dingen an Verständnisproblemen liegen, das Handbuch
hilft da wirklich nicht besonders weiter, andererseits findet man gerade in den Anfängen seiner
Programmierkunst wenig Einsatzmöglichkeiten, diese verflixten Geberschalter zu verwenden. Spätestens bei
der Uhrenprogrammierung eines E-Modells kommt bei meisten der lang ersehnte Aha!-Effekt.
Bleiben wir bei den Geberschaltern, die ja bekanntlich für den Einsatz in einer Programmierung zunächst im
Code 42 "Geberschalter" definiert werden müssen. Bei näherer Betrachtung des Codes 42 wird man
feststellen, dass sich auf den Geberschalter zusätzlich einen weitern Schalter programmieren lässt. In
Verbindung mit den invertierten Geberschalten lassen sich so tatsächlich logische UND- oder ODERVerknüpfung herstellen.
Ich habe lange darüber nach gedacht, wie man solche logischen Verknüpfungen sinnvoll verwenden kann.
Die Vergesslichkeit eines Piloten bei der Landung, gab mir letztlich die entscheidenden Ideen.
Nachfolgende Programmieranleitungen sollen nur als Beispiel dienen und aufzeigen, welche Möglichkeiten
sich mit logischen Verknüpfungen von Schaltern und Geberschaltern herstellen lassen, wobei hier nur
einfache Verknüpfungen vorgestellt werden. Es lassen sich nämlich darüber hinaus etliche Geberschalter
miteinander verschachteln und somit die verrücktesten, logischen Abfolgen herstellen, für welche
Anwendungen auch immer. Ich möchte aber jeden warnen, der sich damit beschäftigt: Es kann einen Knoten
im Gehirn erzeugen!
Erzwungene Zu- oder Abschaltung eines Mischers
Wenn man programmierte Mischer mit einem Schalter versieht, hat das in den meisten Fällen einen
plausiblen Grund: Der Mischer soll nur in bestimmten, vom Piloten festgelegten Flugsituationen wirken,
ansonsten wird er über den Schalter deaktiviert. Mit einer logischen Verknüpfung kann man einen Mischer
jedoch zwangsweise abschalten, obwohl er noch durch den gesetzten Schalter aktiviert ist. Umgekehrt ist es
natürlich auch möglich, einen Mischer zwangsweise zu aktivieren, obwohl er eigentlich durch den gesetzten
Schalter abgeschaltet ist.
Als Beispiel soll hier ein Combi-Mixer für einen Segelflieger herhalten, der entsprechend über einen Schalter
zu- und abschaltbar programmiert ist, aber grundsätzlich bei der Landung, dabei wird über den K1-Knüppel
die Störklappen oder andere Landhilfen betätigt, abgeschaltet wird, und zwar auch dann, wenn er eben durch
den programmierten Schalter noch aktiviert ist.
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Der Combi-Mixer bezeichnet bekanntlich die Zumischung des Seitenruders bei QuerruderKnüppelbetätigung. Er wird als fertiger Mischer Querruder -> Seitenruder im Code 71
"Flächenmischer" angeboten. Hier kann man auch einen entsprechenden Schalter setzten, um ihn
manuell zu aktivieren oder abzuschalten.
Zunächst muss jedoch ein Geberschalter definiert werden, dies geschieht im Code 42 "Geberschalter".
Hier den nächsten freien Geberschalter anwählen, für dieses Beispiel wird der Geberschalter G1 genommen.
Der Mischer soll bei der Landung abgeschaltet werden, hierfür betätigt man in der Regel den K1-Knüppel, um
die Störklappen auszufahren oder die Querruder und Wölbklappen entsprechen in die Butterflystellung zu
positionieren. Man muss nun festlegen, bei welcher K1-Knüppelstellung, die Abschaltung erfolgen soll. In
diesem Beispiel sollte dies in der 2/3-Gasposition erfolgen, da man ja im Landanflug nicht stur die Landhilfen
voll einsetzt, sondern die Klappenstellungen ständig variiert; der Flieger soll ja bei Fuß landen. Wählt man
den Schaltpunkt zu weit in der Landestellung von K1, würde der Mischer im Landanflug immer wieder kurz
aktiviert.
In der zweiten Spalte von G1 wird also nach Drücken der SEL-Symboltaste mit dem Rotary-Knopf der
Geber 1 eingestellt. Danach den K1-Knüppel in die 2/3-Gasposition stellen und mit der STO-Symboltaste
den Schaltpunkt festlegen.
Jetzt die Wirkrichtung kontrollieren: G1 muss schließen, wenn der K1-Knüppel in die Landerichtung gestellt
wird, er ist geöffnet, wenn die Störklappen eingefahren sind, der K1-Knüppel also in Flugstellung steht.
Jetzt in der vorletzten Spalte von G1 den Schalter setzten, den man normaler Weise für die manuelle
Zuschaltung des Mischer verwenden würde. Diesen Schalter in die gedachte Mischer-Ein-Position
stellen, die Schalter-Symboltaste drücken und den Schalter betätigen, er ist nun auf den Geberschalter G1
gesetzt und logisch verknüpft. Ist der Schalter geöffnet, kann G1 über den K1-Knüppel geschaltet werden. Ist
der manuelle Schalter geschlossen, bleibt G1 in jeder K1-Knüppelstellung geschlossen.
Zum Abschluss den invertierten Geberschalter G1i im Code 71 im Combi-mixer, Queruder->Seitenruder,
einsetzen. Wer das noch nicht gemacht hat: Schalter-Symboltaste drücken, danach die ENTER-Taste, mit
dem Rotary-Knopf G1i anwählen und nochmals mit Drücken der ENTER-Taste bestätigen. Damit ist die
Programmierung abgeschlossen.
Kontrolle: In der Flugstellung des K-1 Knüppels lässt sich über den Schalter der Combi-Mixer zu- und
abschalten, fährt man K1 in die Landestellung hat der Schalter keine Funktion mehr und die SeitenruderBeimischung ist dauerhaft deaktiviert. Faszinierend nicht?
Flugphasenumschaltung erzwingen
Ein Pilot hat für sein Segelmodell drei Flugphasen programmiert, wobei eine Phase ausschließlich für die
Landung vorgesehen ist. Was in dieser Flugphase für die Landung programmtechnisch realisiert wurde, spielt
hierbei keine Rolle. Aber auch hier wird bei Betätigen des K1-Knüppels zwangsweise in die Flugphase
Landung umgeschaltet.
Die 3 Flugphasen werden manuell über einen 3-stufigen Schalter geschaltet, wobei die Flugphase Landung
in der unteren Schalterposition aktiv ist.
In diesem Beispiel müssen zwei Geberschalter, z.B. G1 und G2, im Code 42 "Geberschalter" definiert
werden. Gleichfalls wird in beiden Geberschaltern wieder der Geber 1 eingetragen und der Schaltpunkt bei
2/3-Gas mit der STO-Taste festgelegt. Man muss hierbei unbedingt beachten, dass die Schaltpunkte von G1
und G2 absolut identisch sind. Also, den K1-Knüppel entsprechend positionieren, die STO-Symboltaste in G1
drücken und direkt G2 anwählen und gleichfalls die STO-Symboltaste drücken, ohne dabei den K1-Knüppel
zu bewegen.
Danach werden die Schalter gesetzt. Die richtige Schalterprogrammierung ist hierbei entscheidend, sonst
funktioniert´s nicht!
Zunächst G1 anwählen, den 3-Stufenschalter in die mittlere Position stellen, jetzt die SchalterSymboltaste drücken und den Schalter in die untere Position drücken. Danach G2 anwählen, den Schalter
in die obere Position stellen, wieder die Schalter-Symboltaste drücken und den Schalter in die mittlere
Position bewegen.
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Kontrolle: (Gas-Knüppel in Flugstellung)
Schalter in oberer Position:
Schalter in G1 ist offen G1 ist geöffnet, Schalter in G2 ist geöffnet, G2 ist offen
Schalter in mittlerer Position:
Schalter in G1 ist geöffnet, G1 ist offen, Schalter in G2 ist geschlossen, G2 ist geschlossen
Schalter in unterer Position (Landephase)
alle angezeigten Schalter sind geschlossen
Zum Abschluss in den Code 49 "Phasenschalter". Hier trägt man in den Flugphasenschalter 2A den
Geberschalter G1 ein und in 2B den Geberschalter G2i.
Der abschließendeTest lässt Freude aufkommen: Sobald man den K1-Knüppel für die Landung betätigt, wird
automatisch in die Flugphase Landung geschaltet.
PS: Ich bescheinige demjenigen einen IQ von 140%, wenn er diese Programmierung mit 6 Flugphasen hinbekommt,
vorausgesetzt, er wird darüber nicht verrückt!
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